Teil 3 – Das Haus, das nicht vergisst

Teil 3 – Das Haus, das nicht vergisst

Die Nacht verging nicht.

Sie blieb.

Irgendwo zwischen den Wänden dieses Hauses, zwischen Wachposten und Kameras und der Art von Stille, die nicht beruhigt, sondern warnt.

Ich bekam ein Zimmer im oberen Stockwerk. Kein Luxus, kein Gefängnis – etwas dazwischen. Saubere Laken, ein verschlossenes Fenster, ein Schlüssel, der von außen funktionierte.

Als ich das merkte, setzte ich mich auf die Bettkante und lachte einmal kurz, ohne Freude.

Natürlich.

Am nächsten Morgen brachte Dima mir Kaffee.

„Du siehst aus, als hättest du nicht geschlafen“, sagte er.

„Ich habe nicht geschlafen.“

Er stellte die Tasse ab. „Willkommen im Club.“

Ich wollte fragen, was das bedeutete, aber die Antwort kam schon, bevor ich sprechen konnte.

Unten wartete Roman.

Diesmal nicht im Arbeitszimmer, sondern in einem Raum voller Bildschirme. Kameras. Karten. Namen.

„Elias Mercer hat für mehrere Seiten gearbeitet“, sagte er. „Volkov, lokale Gruppen, vielleicht sogar Leute innerhalb meiner Organisation.“

Ich starrte auf die Bilder.

„Und ich?“

Roman drehte sich zu mir. „Sie sind das Problem, das er zurückgelassen hat.“

„Ich bin kein Problem.“

„Doch“, sagte er ruhig. „Weil Sie überlebt haben.“

Diese Worte hätten mich zerstören sollen.

Stattdessen machten sie etwas anderes.

Sie gaben mir eine Richtung.

„Was wollen Sie von mir?“, fragte ich.

Roman schwieg einen Moment.

Dann sagte er: „Die Wahrheit.“

Dima seufzte leise. „Oder Rache.“

Roman ignorierte ihn.

„Sie erinnern sich an mehr, als Sie sagen“, fügte er hinzu.

Ich dachte an die Gasse.

An das Geräusch.

An den Moment, in dem mich jemand hätte sehen sollen – und vielleicht wirklich gesehen hatte.

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Langsam hob ich den Blick.

„Wenn ich helfe“, sagte ich, „will ich gehen können.“

Roman nickte.

„Wenn Sie überleben“, sagte er.

Und zum ersten Mal verstand ich, dass dies kein Zufall war, kein Missverständnis, kein falscher Ort zur falschen Zeit.

Es war ein Anfang.

Und das Haus des Mafia-Bosses hatte beschlossen, mich nicht mehr gehen zu lassen.

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