Teil 3 – Der Preis der Wahrheit

Teil 3 – Der Preis der Wahrheit

Die Türen des Sicherheitsbereichs schlossen sich automatisch.

Zu langsam.

Zu laut.

Roman stand plötzlich neben mir, ohne dass ich gesehen hatte, wie er sich bewegt hatte.

„Bleiben Sie bei ihm“, sagte er ruhig.

„Was passiert hier?“

„Jemand versucht, mich zu erreichen.“

„Und Nico?“

Sein Blick glitt kurz zu seinem Sohn. „Ist das einzige, was sie nicht berechnet haben.“

Ein lauter Knall hallte durch das Gebäude.

Nicht direkt hier.

Aber nah genug, dass die Wände vibrierte.

Nico zuckte zusammen.

Ich kniete mich vor das Glas. „Hey. Schau mich an.“

Seine Augen fanden meine.

„Das ist nur Lärm“, sagte ich leise. „Wie Gewitter.“

„Ich mag kein Gewitter“, flüsterte er.

„Ich auch nicht.“

Ein schwaches, fast unsichtbares Lächeln.

Roman sprach in sein Funkgerät, seine Stimme kalt und kontrolliert. „Alle Ausgänge sichern. Keine Bewegung ohne Bestätigung.“

Dann drehte er sich zu mir.

„Sie müssen ihn beruhigen.“

„Ich bin keine Therapeutin.“

„Aber er vertraut Ihnen.“

Diese Worte trafen mich härter als der Alarm.

Im Glasraum begann Nico wieder zu atmen, schneller jetzt.

Ich hob meine Stimme nicht.

„Nico. Erinnerst du dich an den Stern, den wir gemacht haben?“

Er nickte.

„Zeig ihn mir nochmal. Nur in deinem Kopf.“

Er schloss die Augen.

Ein Atemzug.

Noch einer.

Der Alarm wurde leiser. Nicht weg. Aber weiter weg.

Die Situation draußen eskalierte, ich wusste es, ohne es zu sehen. Schritte. Stimmen. Metall. Roman bewegte sich zwischen ihnen wie ein Punkt, der nicht verschoben werden konnte.

Dann plötzlich Stille.

Keine gute Stille.

Eine endgültige.

See also  Part 2 – Die Frau, die sie übersehen hatten

Die Tür öffnete sich wieder.

Ein Sicherheitsmann trat ein, blass.

„Es war ein Fehlalarm“, sagte er.

Roman sah ihn an, ohne zu blinzeln.

„Nichts hier ist ein Fehlalarm.“

Der Mann schluckte.

Nico drückte seine Hand erneut gegen das Glas.

„Bleibst du morgen auch?“, fragte er.

Ich sah zu Roman.

Er nickte kaum merklich.

Als würde er eine Entscheidung treffen, die er eigentlich vermeiden wollte.

„Ja“, sagte ich zu Nico. „Ich bleibe morgen auch.“

Als ich das Gebäude später verließ, wartete kein normaler Wagen draußen.

Sondern derselbe schwarze Wagen.

Diesmal mit geöffneter Tür.

Und einer Nachricht auf meinem Handy von Roman DeLuca:

Wenn sie versuchen, Sie einzuschüchtern, dann haben sie verstanden, dass Sie wichtig sind.

Ich starrte lange auf den Bildschirm.

Dann antwortete ich nicht.

Aber ich stieg ein.

Und irgendwo hinter den Glaswänden begann ein Spiel, das nicht mehr nur um ein Kind ging.

Sondern um alles, was ich bis jetzt geglaubt hatte.

Related Posts

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

© 2026 cuanhua-loithep | All rights reserved