Teil 3 – Die Krone im Dunkeln

Teil 3 – Die Krone im Dunkeln

Zwei Nächte später stand Maren nicht mehr im Alder Room.

Sie stand in einem unterirdischen Archiv, das Roman Kincaids Leute nur „die unteren Ebenen“ nannten.

Kein Restaurantlicht.

Kein Publikum.

Nur Beton, Serverracks und die Art von Stille, die Daten erzeugen, wenn niemand sie mehr hinterfragt.

Roman stand neben ihr.

Dominic hinter ihnen.

„Das hier ist nicht mehr nur Ihre Vergangenheit“, sagte Roman ruhig.

„Meine Vergangenheit ist ein Restaurantjob und ein Vater, der verschwunden ist“, erwiderte Maren.

Roman zeigte auf den Bildschirm.

„Dann erklären Sie mir das.“

Auf dem Monitor: ein altes Transportprotokoll.

Samuel Bellamy.

Und darunter ein zweiter Eintrag.

NADIA BELLAMY – AKTIV MARKIERT

Maren trat näher.

Ihr Atem stockte.

„Das bin nicht ich.“

Roman sah sie an.

„Doch. Nur unter einem anderen Zugriffspunkt.“

Dominic beugte sich vor. „Das ist ein Sicherheitscode auf militärischem Level.“

Maren flüsterte: „Ich war sechzehn, als mein Vater verschwand.“

Roman nickte.

„Und genau in diesem Jahr wurden drei unserer illegalen Routen gelöscht.“

„Sie denken, ich habe etwas gelöscht?“

„Ich denke“, sagte Roman ruhig, „jemand hat Sie benutzt, ohne dass Sie es wussten.“

Stille.

Dann ein neuer Eintrag auf dem Bildschirm.

Ein Audiofile.

Roman klickte es an.

Eine Stimme ertönte.

Verzerrt.

Aber vertraut.

Ein Mann.

„Wenn du das hörst, Nadia, dann hat es funktioniert.“

Maren wurde blass.

„Das ist unmöglich…“

„Ihr Vater lebt nicht mehr so, wie Sie ihn kannten“, sagte Roman leise.

Die Stimme fuhr fort:

„Ich habe dich in Sicherheit gebracht, indem ich dich unsichtbar gemacht habe. Aber einige Schulden lassen mich nicht gehen. Wenn die Kincaid-Linie dich findet, dann bist du der Preis.“

See also  Teil 3 – Der Ort, an dem sie aufgehört hat zu warten

Das Audio endete.

Stille.

Maren stand reglos.

„Mein Vater hat mich versteckt“, flüsterte sie.

„Er hat Sie als Schlüssel benutzt“, korrigierte Roman.

Dominic sah zwischen ihnen hin und her.

„Wenn das stimmt, dann ist sie jetzt ein Ziel.“

Roman nickte langsam.

„Nicht nur ein Ziel.“

Er sah Maren an.

„Die Krone, von der ich dachte, sie sei verloren.“

Maren wich einen Schritt zurück.

„Ich bin keine Krone.“

Roman trat näher.

Seine Stimme wurde leiser.

„Nein“, sagte er. „Sie sind der Beweis, dass jemand meine Welt gebaut und gleichzeitig versucht hat, sie zu zerstören.“

Ein Alarm blinkte auf dem Bildschirm.

Unbekannter Zugriff.

Schnell.

Gezielt.

Dominic griff nach seiner Waffe.

„Wir haben einen Eindringling.“

Roman hob die Hand.

„Zu spät.“

Die Lichter flackerten.

Und in diesem Moment verstand Maren:

Ihr Leben im Restaurant war nie ein Versteck gewesen.

Es war nur der Anfang einer Suche, die nie aufgehört hatte.

Und jetzt hatte sie einen Namen.

Roman Kincaid sah sie an.

„Wenn Sie hier bleiben“, sagte er ruhig, „werden sie kommen.“

Maren atmete einmal tief ein.

Dann sagte sie:

„Dann sollte ich besser verstehen, warum mein Vater dachte, ich wäre es wert, gefunden zu werden.“

Roman nickte langsam.

Und zum ersten Mal lächelte er nicht.

Sondern wartete.

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