Teil 3 – Die Wahrheit unter dem Regen von Los Angeles

Teil 3 – Die Wahrheit unter dem Regen von Los Angeles

Der Regen über Los Angeles wurde stärker, als würde der Himmel selbst zuhören. Kang stand reglos vor dem Fenster seines Büros, während hinter ihm Nia den Ring wieder in ihre Hand nahm, als wäre er kein Objekt, sondern ein Schlüssel. Daniel Lee beobachtete beide mit wachsender Anspannung. „Sir, wir müssen prüfen, ob das Kind eine Manipulation ist—“ „Nein“, sagte Kang ruhig, aber endgültig. Dann drehte er sich um. „Wenn sie lügt, dann ist es die teuerste Lüge, die ich je gesehen habe.“

Nia setzte sich nicht. Sie blieb stehen, klein, aber unerschütterlich. „Meine Mama hat gesagt, wenn ich den Ring bringe, würden Sie sich erinnern. Aber nicht an mich. An sie.“ Kang schwieg lange. Dann öffnete er eine Schublade seines Schreibtisches. Darin lag ein einziges Foto, vergilbt, geschützt in Plastik. Er zog es heraus, legte es neben den Ring. Darauf war eine junge Frau zu sehen, lachend, im Regen, ohne Schutz, ohne Angst. Amara Bell. „Sie war nie nur jemand aus meiner Vergangenheit“, sagte Kang leise. „Sie war der einzige Teil meines Lebens, der echt war.“

Nia berührte das Foto nicht. „Sie hat gesagt, Sie hätten sich entschieden, ein Monster zu werden, weil es einfacher ist, als ein Mensch zu bleiben.“ Diese Worte schnitten tiefer als jede Drohung, die Kang je gehört hatte. Daniel senkte unbewusst den Blick. Kang atmete langsam aus. „Sie hat Recht gehabt.“ Er setzte sich zum ersten Mal, als würde ihn das Gewicht seiner eigenen Geschichte niederdrücken. „Ich habe sie weggeschickt. Ich dachte, ich könnte sie schützen, indem ich sie aus meinem Leben entferne. Aber ich habe sie in die Dunkelheit gestoßen.“

See also  PART 3 — The Truth Beneath the Tide

Nia trat näher an den Tisch. „Sie ist nicht an der Dunkelheit gestorben“, sagte sie leise. „Sie ist gestorben, weil jemand ihr gefolgt ist.“ Der Raum erstarrte. Kang hob den Blick schlagartig. „Was hast du gesagt?“ Nia zog einen zerknitterten Zettel aus ihrer Tasche. „Bevor sie starb, hat sie mir das gegeben. Sie sagte, wenn mir etwas passiert, soll ich Ihnen sagen: Der Donner hat nicht aufgehört. Er hat nur den Namen gewechselt.“

Daniel griff instinktiv nach seinem Funkgerät, doch Kang stoppte ihn mit einem einzigen Blick. Alles in diesem Raum veränderte sich. Der Ring auf dem Tisch wirkte plötzlich nicht mehr wie ein Erinnerungsstück, sondern wie ein Beweis. Kang stand langsam auf. Seine Stimme war jetzt wieder die eines Mannes, der ein Imperium kontrollierte. „Daniel“, sagte er ruhig. „Schließ das Gebäude ab.“ Dann sah er Nia an. „Und du… bleibst hier. Denn wenn deine Mutter recht hatte, dann bist du nicht gekommen, um mir etwas zurückzugeben.“ Er pausierte. „Du bist gekommen, um mir den Krieg zu zeigen, den ich selbst erschaffen habe.“

Related Posts

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

© 2026 cuanhua-loithep | All rights reserved