Teil 3 – Dreißig Tage bis zum Feuer (Finale)
Die Tür über ihnen krachte bereits beim zweiten Schlag. Staub rieselte von der Decke der versteckten Küche, während Avery den Vertrag gegen ihre Brust presste. „Sie haben mich hier reingelegt“, sagte sie hastig. Damian bewegte sich bereits, zog eine schwere Metallplatte am Ofen zur Seite. Dahinter: ein schmaler Gang. „Ich habe Sie nicht hereingelegt“, sagte er ruhig. „Ich habe Ihnen eine Tür gezeigt, die Sie sowieso gefunden hätten.“ Ein weiterer Schlag. „Warum helfen Sie mir überhaupt?“, fragte sie, während sie ihm folgte. Der Gang war eng, heiß, voller Rauchgeruch und alter Steinwände. „Weil Ihr Vater nicht das Problem ist“, antwortete er. „Er ist nur das Symptom.“ Sie blieb kurz stehen. „Was soll das heißen?“ Damian drehte sich im Halbdunkel um. Zum ersten Mal wirkte er nicht wie ein Mann aus Macht, sondern wie jemand, der zu lange allein Entscheidungen getroffen hatte. „Jemand versucht, mein Unternehmen von innen zu übernehmen“, sagte er. „Ihre Familie ist nur ein Hebel. Wenn ich das Restaurant kaufe, gewinnen sie. Wenn ich es rette… verliere ich Zeit.“ Avery lachte kurz, ohne Humor. „Und ich bin Ihr Zeitproblem?“ „Sie sind mein Risiko“, korrigierte er. „Und mein einziger Vorteil.“ Die Tür hinter ihnen wurde aufgebrochen. Stimmen hallten in die Küche. Damian zog sie weiter, bis sie durch eine versteckte Seitentür in eine schmale Straße traten. Regen fiel in dünnen Linien vom Himmel. Sirenen in der Ferne. Freiheit, aber keine Sicherheit. Avery drehte sich zu ihm. „Ich werde diesen Vertrag nicht einfach unterschreiben.“ „Ich weiß“, sagte er ruhig. „Deshalb habe ich ihn auch nicht so geschrieben, dass Sie müssen.“ Sie starrte ihn an. „Was ist der Haken?“ Damian trat einen Schritt zurück, das Licht der Straßenlaterne zeichnete harte Linien in sein Gesicht. „Der Haken ist“, sagte er leise, „dass Sie nach 30 Tagen entscheiden, ob Sie mich retten… oder zerstören.“ Stille. Dann nahm er einen Schritt Abstand, als würde er bereits verschwinden wollen. „Und Avery?“, fügte er hinzu, ohne sich umzudrehen. „Wenn Sie anfangen zu kochen… hören Sie nicht auf den Lärm im Haus. Hören Sie auf den Hunger.“ Dann war er weg. Dreißig Tage. Und zum ersten Mal wusste Avery nicht, ob sie gerade ihr Restaurant gerettet hatte – oder sich selbst an den Teufel verkauft hatte, der lernte, wie man Hoffnung backt.
