Teil 3: Wenn das Imperium Blut verlangt

Teil 3: Wenn das Imperium Blut verlangt

Die Fahrzeuge hielten nicht langsam. Sie kamen wie eine Ansage, dass Flucht keine Option mehr war. Türen öffneten sich, Männer stiegen aus, schwarz gekleidet, bewaffnet, organisiert – keine Straßengang, sondern etwas viel Präziseres. Dante zog Sophia hinter sich, ohne sie wirklich festzuhalten, aber so, dass sie wusste, dass jede Bewegung bereits kalkuliert war. „Bleib hinter mir“, sagte er leise. „Warum?“, flüsterte sie panisch. „Weil sie dich nicht wollen, weil du du bist“, antwortete er kalt. „Sie wollen dich, weil du mein größter Fehler bist.“ Einer der Männer trat vor. „Moretti“, rief er über den Regen hinweg. „Der Rat will ein Ende.“ Dante antwortete nicht sofort. Stattdessen beobachtete er die Bewegungen, die Abstände, die Waffen. „Sie haben dich nicht nur beobachtet“, sagte er schließlich zu Sophia. „Sie haben dich vorbereitet.“ „Wofür?“, ihre Stimme brach. Dante sah sie an, und zum ersten Mal war da etwas, das wie Zögern wirkte. „Als Druckmittel.“ Ein Schuss fiel – nicht auf sie, sondern in den Boden zwischen ihnen. Sophia schrie auf, Dante zog sie sofort in die Deckung hinter einen Container. „Hör mir zu“, sagte er scharf, jetzt ohne jede Kälte. „Was auch passiert, du rennst nicht alleine.“ „Ich verstehe das alles nicht!“, flüsterte sie verzweifelt. „Du musst es nicht verstehen“, sagte er. „Du musst nur überleben.“ Dann bewegte sich alles gleichzeitig. Dante trat aus der Deckung, schnell, präzise, wie eine Entscheidung, die längst gefallen war. Zwei Männer fielen, bevor Sophia überhaupt realisierte, was geschah. Schreie, Schritte, Chaos. Dante packte sie erneut und zog sie Richtung eines hinteren Ausgangs der Gasse. „Warum ich?“, rief sie über das Lärmchaos hinweg. Für einen Moment blieb er stehen, nur einen Herzschlag lang. „Weil du die einzige Wahrheit bist, die ich nicht kontrollieren kann“, sagte er. Dann explodierte ein weiterer Schuss, diesmal zu nah. Dante stieß sie durch eine Stahltür in ein angrenzendes Gebäude, folgte ihr und verriegelte hinter sich. Dunkelheit. Atem. Stille. Für einen Moment hörte sie nur sein Herzschlag neben ihrem. „Sie werden nicht aufhören“, sagte sie zitternd. Dante nickte langsam. „Nein.“ Pause. Dann, leiser: „Und sie wissen jetzt auch von dem Kind.“ Sophia erstarrte. „Was?“ Dante sah sie an, und in seinen Augen lag keine Überraschung – nur Bestätigung. „Sie haben es herausgefunden, bevor ich es sichern konnte.“ Ihre Welt brach endgültig auseinander. „Dann ist es vorbei“, flüsterte sie. Dante trat näher, hob ihre Hand nicht sanft, aber bestimmt. „Nein“, sagte er. „Jetzt beginnt es erst.“ Und irgendwo draußen, im Regen von New York, begann ein Krieg, der nicht mehr aufzuhalten war.

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