Teil 3
Das Flackern dauerte nur eine Sekunde, aber es fühlte sich an wie ein Warnsignal. Mara trat instinktiv zurück, während Adrian sofort zwischen sie und die Tür ging. „Bleib hinter mir“, sagte er ruhig, aber bestimmt. Zum ersten Mal war seine Stimme nicht die eines Mannes, der Fragen stellte, sondern eines, der Entscheidungen traf. Draußen im Garten bewegte sich etwas zwischen den Hecken. Eine dunkle Silhouette, kaum sichtbar im Regen, näherte sich dem Haus. Die Sicherheitslichter schalteten sich automatisch ein und tauchten die Zufahrt in kaltes Weiß. Für einen Moment stand die Gestalt still. Dann verschwand sie wieder im Schatten. „Wer ist das?“, flüsterte Mara. Ihre Stimme zitterte nicht, aber ihre Hände taten es. Adrian griff nach seinem Telefon erneut. „Wenn ich das wüsste, wären wir nicht in Gefahr.“ Sekunden später hörte man Schritte im Flur außerhalb des Schlafzimmers. Nicht hastig. Kontrolliert. Jemand bewegte sich im Haus, als gehöre er hierher. Maras Blick suchte nach einem Ausweg, aber es gab keinen. „Adrian… ich will nicht zurück in dieses Leben“, sagte sie plötzlich, und in dieser einen Aussage lag mehr Angst als in allem zuvor. Er sah sie an. Zum ersten Mal nicht als Milliardär, nicht als Ehemann, sondern als Mann, der eine Entscheidung getroffen hatte, die größer war als er selbst. „Du bist nicht allein zurückgekommen“, antwortete er. Die Tür öffnete sich langsam. Ein Sicherheitsbeamter trat ein, blass im Gesicht. „Sir… wir haben die Person identifiziert. Es ist Roy Harlan.“ Der Name fiel wie ein Stein in einen tiefen Brunnen. Mara wurde kreideweiß. „Nein…“, hauchte sie. „Er sollte im Gefängnis sein.“ Adrian drehte sich langsam zu ihr. „Dann hat jemand ihn rausgeholt.“ In diesem Moment verstand er, dass Maras Vergangenheit nicht vorbei war. Sie hatte nur gewartet. Roy Harlan stand draußen im Regen, sichtbar durch das Fenster, und lächelte. Nicht freundlich. Nicht zufällig. Sondern wie jemand, der endlich etwas zurückgeholt hatte, das ihm gehörte. Adrian griff nach Maras Hand. „Jetzt hör mir genau zu“, sagte er ruhig. „Egal was passiert ist, egal was er will – du gehst nicht zurück.“ Mara sah ihn an, als würde sie zum ersten Mal glauben, dass diese Worte möglich sein könnten. Und während die Sicherheitslichter den Garten durchsuchten, wurde klar, dass diese Nacht nicht das Ende einer Hochzeit war. Sondern der Anfang eines Krieges.
